| Der bekannte Architekt Egon Eiermann hatte von 1947 bis zu seinem Tode 1970 die Leitung des Lehrstuhls für Architektur an der Technischen Hochschule Karlsruhe inne.
In dieser Zeit (1953) hat Eiermann auch das als Eiermanntisch bekannte Tischgestell entworfen.
Diese Ausführung hatte fest verschweisste Querverstrebungen, die räumlich diagonal angebracht waren.
Der Originalentwurf ist im Buch "Egon Eiermann: Bauten und Projekte" von Wulf Schirmer (ISBN 3-421-02805-2, Seite 274) abgebildet.
Der Firmengründer Adam Wieland hatte lange Zeit als Kollege Eiermanns die Leitung der Metallwerkstatt an der Fakultät für Bauwesen an der Technischen Hochschule Karlsruhe inne.
1965 brauchte ein Assistent von Eiermann eine leicht transportable Version des Gestelles: er wollte von Karlsruhe nach Freiburg umziehen. Der Assistent kam zu Adam Wieland mit der Bitte, seinen Eiermanntisch doch bitte in der Mitte auseinander zu sägen.
Adam Wieland modifizierte das Gestell von Egon Eiermann jedoch in zweierlei Hinsicht: er machte das Gestell demontierbar, die Querverstrebungen wurden dabei senkrecht gestellt. Die Position der Querverstrebungen ist hierbei variabel - entweder nach hinten versetzt, für größere Beinfreiheit, oder mittig, für beidseitige Nutzung. Das erste derart weiterentwickelte Gestell ging an den Assistenten, weitere Gestelle dieser originalen Weiterentwicklung werden seitdem von Adam Wieland produziert und vertrieben.
1990 lässt Adam Wieland diese Weiterentwicklung des Eiermann Tischgestells beim deutschen Patentamt in München unter der Nummer M9001669.6 ins Musterregister eintragen.
In den Jahren danach wurde diese leicht transportable Weiterentwicklung derart populär, dass sie heute von anderen Firmen kopiert und vertrieben wird. Dabei wird oftmals damit geworben, dass es sich hierbei um ein "original Egon Eiermann Tischgestell" handelt. Der Markt hat für den Klassiker mit den senkrechten Querstreben mittlerweile den Namen "Eiermann 2" etabliert. Er findet inzwischen für vielerlei Zwecke Verwendung: als Schreibtisch, Bürotisch, Konferenztisch, Besprechungstisch, in Objekten z.B. als Arbeitstisch an Unis oder FHs, als Schultisch, Kindergartentisch, und in ausgefallenen Versionen sogar als Kindertisch, Wickeltisch, Sofatisch oder Gartentisch.
Da es sich bei dem zerlegbaren Tischgestell um eine Weiterentwicklung des original Eiermann Tischgestells handelt, bleiben das Urheberrecht sowie alle Produktions- und Vertriebsrechte auch nach dem Verkauf des Namensrechtes für "Eiermann" erhalten.
Die Subkonstruktion der Tischplatte wendet Eiermann übrigens auch für den Altar der Matthäuskirche in Pforzheim an (Egon Eiermann: Bauten und Projekte, Seite 274, 105). Sie erscheint nach einmal, mit verchromter Oberfläche, als Untergestell für ein Klavichord auf der Triennale in Mailand 1954 (Egon Eiermann: Bauten und Projekte, Seite 277).
Wir fertigen die von uns vertriebenen Tischgestelle, Regale sowie das meiste Zubehör übrigens nach wie vor in unserer eigenen Metallwerkstatt von Hand selbst an. Kommen Sie und besuchen Sie uns! |